Das Berufsbild des Physician Assistant im Fach-Symposium vom 12.02.2020

Unsere Ärztinnen und Ärzte brauchen eine Entlastung bei Routinearbeiten - medizinisch und bürokratisch. Der Physician Assistant als Bindeglied zwischen Ärzten und Patienten kann einen Beitrag dazu leisten,die gute medizinische Patientenversorgung aufrechtzuerhalten.

Darüber waren sich die Experte*innen beim Fachsymposiums zum Physician Assistant am 12. Februar 2020 am F+U Bildungscampus in Heidelberg einig. Veranstaltet wurde die Podiumsdiskussion mit namhaften Vertreter*innen von Kliniken, der Ärzteschaft, Kammern und Verbänden von der Internationalen Studien- und Berufsakademie ISBA.  

Es stehen nicht genügend Fachkräfte in den medizinischen Fachberufen zur Verfügung, um die gesundheitliche Versorgung auf dem jetzigen Niveau nachhaltig zu gewährleisten, geschweige sie fortzuentwickeln. Die Gründe sind u.a. zu suchen in der demographischen Entwicklung, der deutlich gestiegenen Inanspruchnahme medizinischer Leistungen durch die Gesellschaft, einer Gesundheitspolitik, die v.a. dem Dogma der Ökonomie folgt, einer sich verändernde Lebens- und Arbeitsphilosophie. 

Die Jugend interessiert sich deutlich weniger für nicht-ärztliche Gesundheitsberufe, aufgrund der Arbeitsbedingungen und der limitierten Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln. Die gesellschaftspolitischen Antworten sind die Akademisierung der Gesundheitsberufe, die sich jedoch fachgebunden aufsplittert und somit keine Ressourcen bündelt. Die Substitution, Übertragung ärztlicher Tätigkeit auf nicht-ärztliche Gesundheitsberufe, insbesondere auf die Pflege, kann das Problem des Mangels nicht lösen. Die vielfältigen Gründe liegen auf der Hand.  

Impulsvortrag und Podiumsdiskussion

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Der Impulsvortrag von Dr. med. Herbert Zeuner und die anschließende Podiumsdiskussion zeigten, dass das Modell des Physician Assistant der Bundesärztekammer einen konzentrischen Ansatz zeigt: er bündelt die Kompetenz vieler nicht ärztl. Gesundheitsberufe in einem Studium, das dann vielfältige Verwendungen ermöglicht: Entlastung ärztlicher Arbeit auf den Stationen, in den Praxen, mit Zeitgewinn für die Ärzteschaft, durch Delegation.

Entlastung in den Kliniken durch Einsatzmöglichkeiten auf der Station, der Notaufnahme, der Stationsleitung, im OP, in der Bürokratie. Dies ist notwendig, da die klinische Ärzteschaft über eine zunehmende Unzufriedenheit aufgrund der hohen Belastung durch nicht-ärztliche Arbeit klagt. Analog gilt dies auch für die Tätigkeiten in der Niederlassung.  

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Physician Assistants berichtete, dass sie sich als reinen Delegationsberuf verstehen, an der Schnittstelle Ärzteschaft zur Pflege, bzw. den anderen Fachberufen wie MFA, technisch-analytische Berufen. Ausgebildete Physician Assistants äußern eine hohe Zufriedenheit in ihrer beruflichen Tätigkeit, zeigen eine hohe Verbundenheit zu ihrem Arbeitgeber, wenn dieser ihnen das Studium ermöglichte.  

Der Physician Assistant fördert die Personalbindung. Die Podiumsrunde konzertierte die vielfältige Einsatzmöglichkeit des Arztassistenten. Dieses Studium wird daher wieder das Interesse der Jugend für Gesundheitsberufe wecken: es ist ein Anreiz, einen nicht-ärztlichen Fachberuf als Voraussetzung für das Studium zu erlernen – mit dem Wissen, dass der Weg später noch weitergehen kann, man sein Aufgabenspektrum erweitern, mehr Verantwortung übernehmen und auch mehr verdienen kann. 

Gesetzlich sind für eine Delegation mit höherer Qualifikation die Grundlagen bereitet - durch ein Urteil des Bundesgerichtshofes das feststellt, dass Delegation unter ärztlicher Aufsicht an nicht-ärztliches Personal prinzipiell möglich ist, was kein Facharztwissen voraussetzt. Selbst der Gesetzgeber beklagte in einer Gesetzesbegründung, dass zu wenig delegiert werden würde. 

Fazit des Symposiums Physician Assistant

Physician Assistants dringend benötigt

Das Podium mit Klinikern, Niedergelassenen, Ärztekammerrepräsentanten, Versorgungsforscher(in), Hochschulexperten, dem ärztlichen Präsidenten des europäischen Physicain Assistant Verbandes (EuroPA-c) waren sich einig: unsere Versorgungsstruktur bedarf des Physician Assistant dringend.

 

 

Gesetzgeber und Ärztekammer sind gefordert

Der Gesetzgeber ist angehalten, hier weitere Definitionen für dieses neue Berufsbild zu schaffen, auch wenn dies heute schon vielfältig Anwendung finden kann. Die Ärztekammer soll das Studium, die Ausbildung begleiten, um eine Standardisierung der Ausbildung zu schaffen. 

Das Physician Assistant Studium an der ISBA

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